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Uran: Kommt das Atomkraft-Revival?

28 Dezember 2012

Seit der Atomkatastrophe in Fukushima kennt der Uran-Preis nur eine Richtung: Nach unten. Abgesehen von einer leichten Erholung seit dem November scheint die Lage klar. Weil viele Reaktoren vom Netz gehen und ganze Länder aus der Kernenergie aussteigenwollen,  muss die Nachfrage nach Uran zwangsläufig zurückgehen. Doch es könnte mal wieder alles anders kommen als  erwartet und das hat ausgerechnet mit Japan zu tun.

Denn in Japan fanden in der vergangenen Woche Parlamentswahlen statt. Dabei konnte sich die wirtschaftsfreundliche Liberal Democratic Party (LDP) gegen die bisherige Regierungspartei Democratic Party of Japan durchsetzen. Die LDP scheint der Atomindustrie weitaus näher zu stehen, als die bisherige Regierung und so könnte es durchaus zum einem Revival der Atomindustrie in Japan kommen. Viele der abgeschalteten Atomreaktoren sollen wieder in Betrieb genommen werden und die brauchen natürlich Uran für den Betrieb, sodass die Nachfrage wieder steigen sollte. Bereits jetzt erzeugen wieder zwei der 50 Atomreaktoren des Landes Strom.

Die Aktienmärkte nahmen den Wahlsieg der Liberaldemokraten positiv auf. Insbesondere die Stromerzeuger konnten zulegen. Die Aktie des Fukushima-Betreibers Tepco stieg um ganze 33 Prozent.

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Gleichzeitig läuft zum Jahresende die Wiederverwertung des russischen Atomwaffen-Arsenals aus. Bislang stellt Russland das Uran der ausgemusterten Atomraketen dem globalen Markt zur Verfügung. Im nächsten Jahr soll diese Vereinbarung auslaufen. Da bislang rund 15 Prozent der globalen Nachfrage aus dieser Quelle gedeckt werden, droht eine Angebotslücke aufzuklaffen.